Erwartungen an mein Archiv
Für mich sollte ein gutes Archiv nicht nur die Sicherheit der Daten gewährleisten, sondern auch ein rasches Wiederfinden bestimmter Dateien ermöglichen. Wer viele Fotos macht, muss sich möglichst frühzeitig überlegen, wie er seine Backups organisiert, welche Medien er dazu verwendet, wo er sie aufbewahrt und nach welchen Kriterien er die zu archivierenden Dateien benennt, bewertet und verschlagwortet. Wenn nur ein einziges Bildverwaltungsprogramm zum Einsatz kommen soll, muss die Archivstruktur auf dieses Programmes abgestimmt sein, um einen fehlerfreien Zugriff zu ermöglichen. Wird aber, wie bei mir, mit mehreren verschiedene Programmen gearbeitet, muss auf die Anlage des Archivs besondere Sorgfalt verwendet werden. Andernfalls sind böse und unerwartete Überraschungen vorprogrammiert. Mit welchen Besonderheiten Sie bei welchen Programmen rechnen müssen, habe ich auf einer eigenen Seite dargestellt.
Spezielles
Der neue XMP-Standard von Adobe und das ebenfalls von Adobe vorgestellte neue offene DNG-Format, haben gute Richtungen vorgegeben, aber auch zu einer recht komplizierten “Zwischenphase” mit noch unausgereiften neuen Standards geführt. Weder das Etikett “professionell”, noch zahlreiche “Empfehlungen” oder “Awards” renommierter Adressen, noch ein hoher Kaufpreis schützen vor teils schwerwiegenden Problemen im Umgang mit Metadaten oder vor enttäuschten Erwartungen an Bildqualität und Handling von DNG-Dateien. Was ein Bildverwaltungs-Programm wirklich leistet, wie gut es sich in die bestehende Hardware und den Workflow integriert, welche Proceduren gut und welche weniger gut bewältigt werden, welches Dateiformat das flüssigste und fehlerfreiste Arbeiten erlaubt etc. zeigt sich nach meiner Erfahrung v. a. bei umfangreichen Archiven erst nach dem meist zeitraubenden Import und einer gewissen Einarbeitungszeit. Ich selber habe z. Zt. ein Archiv von knapp 80000 Dateien und habe immer noch keine Software gefunden, die allen üblichen Anforderungen in gleicher Weise gewachsen wäre. Da ich also zumeist mehr als ein Verwaltungsprogramm im Ensatz habe und die zukünfitge Entwicklung nicht gut absehen kann, versuche ich mein eigenes Archiv möglichst offen zu gestalten und es für möglichst viele Programmvarianten lesbar zu halten. Gute Erfahrungen habe ich mit folgendem Procedere gemacht:
- Fotografieren im Modus RAW + JPEG (Large)
- Vergabe des gleichen Dateinamens für RAW- und zugehörige JPEG-Datei
- Archivierung sowohl der RAW- als auch der zugehörigen JPEG-Variante als separate Dateien in separaten Ordnern (JPEG-Ordner als Unterordner des jeweiligen RAW-Ordners)
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Einblick in meine Archiv- und Ordnerstruktur, die ich in leicht abgewandelter Form von Peter Krogh übernommen habe, weil sie einfach sehr durchdacht ist und so gut funktioniert. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Peter!
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